Nicht nur reden, sondern handeln
Bitte senden Sie Ihren Reisebericht über einen Aufenthalt in der alten Heimat, um andere an Ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen.
Wer eine Reise nach Sekitsch - Feketitsch unternehmen möchte, kann sich gerne über die Rubrik "Kontakt" anmelden.
Wir freuen uns über jeden Teilnehmer und Ihr Interesse.
Liebe Sekitscher und Feketitscher, unsere Heimatortsgemeinschaft bedankt sich herzlich für die Spenden
Sie helfen uns damit, die Erinnerung an unsere Heimatorte zu erhalten.
Unser Verein ist auf Spenden angewiesen. Es sollen noch viele Vorhaben verwirklicht werden.
Unser Verein hat folgendes Konto:
Konto Nr.8976693 Kreissparkasse Ludwigsburg (BLZ 60450050)
IBAN: DE 93 604500500008976693
SWIFT-BIC: SOLADES 1 LBG
Wir bitten die Spenden auf dieses Konto zu überweisen:
Spende gemäß AZ . 55099/151163
Finanzamt Bietigheim-Bissingen
Wir planen den Ausbau und die Einrichtung einer Heimatstube in Sekitsch. Ihre Spende kann uns helfen, daß wir bald mit den Arbeiten beginnen können!
Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch / Feketitsch, liebe Leser des Sekitscher Boten
Donauschwäbische Grüße zum Baden-Württembergischen Geburtstag Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGl) in Tübingen.
Eine anlassgebundene Ausstellung Tübinger Studenten.
Zum Anlass wird ein Studienprojekt durchgeführt, um das Wirken der Heimatortsgemeinschaften darzustellen.
Baden-Württemberg hat die Patenschaft für die Volksgruppe der Donauschwaben übernommen und so feiern wir in diesem Jahr mit unserem Geschenk diesen 60. Geburtstag.
Mit Schreiben vom 15.08.2011 wurde auch unser Verein, die HOG Sekitsch-Feketitsch, gebeten sich an den Grüßen zum Baden-Württembergischen Geburtstag zu beteiligen.
Das Studienprojekt findet in enger Kooperation mit dem IdGl und dem (DZM) Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm statt. Was schenken wir dem Geburtstagskind und was kann unsere Gemeinde Sekitsch und Feketitsch in der alten Heimat und in der heutigen Zeit darstellen?
Wir haben uns für die Gestaltung einer Schürze entschieden und iese mit alten und neuen Motiven bedruckt. Da auch die Zusammenarbeit mit der heute dort lebenden Bevölkerung und unserem Verein in der Gemeinde Feketitsch zum Ausdruck kommen sollte, haben wir die Schürze nach Feketitsch gebracht und dort mit Stickereien in Handarbeit ausschmücken lassen.
Uns ist ein sehr schönes Geschenk gelungen und es wurde inzwischen dem IdGl in Tübingen übergeben.
Zusammen mit den Geschenken der anderen Heimatortsgemeinschaften werden diese Grüße zum Bad.- Württ.Geburtstag am 18.Oktober 2012 im DZM Ulm zur Ausstellung kommen.
Es wäre schön, wenn Sie liebe Landsleute der HOG Sekitsch-Feketitsch zu diesem Ausstellungstermin kommen.
Ihre Helga Eisele
1. Vorsitzende
Gerne übernehmen wir den eingereichten Text von unserem Sekitscher Landsmann Jacob Lohrmann zu unserem aktuellen Thema “Schürze der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch.”
Das Schwein wird geschlachtet
Der Gegensatz konnte nicht größer sein: Brooklyn und Sekitsch. Hier, die Betonwüste „A Tree Grows in Brooklyn“, und dort, die fruchtbare pannonische Tiefebene, wo man vom Dorf aus, über die Weizen- und Maisfelder hinweg, einige Dächer der zehn Kilometer entfernten nächsten Ortschaft sehen konnte; Brooklyn, mit seinen Millionen von Einwohnern, und Sekitsch, deren Menschen fünfhundert mal dort hinein gepasst hätten.
Zu den Attraktionen Brooklyns gehört Coney Island, wohl der meistbesuchte Strand der Welt, während Sekitsch nur ein drei Meter breiter Graben durchschlängelte – die Krivaja --, der allerdings im Frühjahr genug Wasser führte, um den östlichen Ortsteil regelmäßig so zu überschwemmen, dass man den daraus genährten Teich mit einem Floss überqueren und gelegentlich einen Karpfen fangen konnte. Andrerseits gab es zahlreiche artesische Brunnen mit köstlichem Wasser, das unablässig aus den gebogenen Eisenrohren sprudelte.
Die Übersiedlung von Brooklyn nach Sekitsch hätte den siebenjährigen Jungen durchaus in einen Zwiespalt führen können, mit bleibenden negativen Folgen. Stattdessen lernte er, die Weite des Horizonts wahr zu nehmen, unter dem Menschen leben.
In dieser Hinsicht gab es eine Ähnlichkeit zwischen Brooklyn und der Batschka – jener Landstrich zwischen Donau und Theiss, der mal zu Ungarn, mal zu Jugoslawien gehörte: das Völkergemisch, mit seinen vielen Ethnien, Sprachen und Religionen. Jenseits des Ozeans war das Land des Schmelztiegels, hier das, der Trennung. Dennoch entstand an beiden Orten eine ähnliche Lebensweise, um nicht zu sagen Kultur. Wer solche Gemeinsamkeiten in den Gegensätzen erleben durfte, lernte bald wie wichtig es für den Fortbestand des Lebens ist, die zahlreichen Anderen zu respektieren. Kriege wollen es anders, bis zum heutigen Tag.
Der Grund für das Zusammenleben in der Batschka war, vermutlich, weniger eine gegenseitige Zuneigung, als das Diktat der Natur. Die Voraussetzungen für eine Existenz bestanden aus den täglichen, wöchentlichen und jahreszeitlich bedingten Ritualien, die in dieser ländlichen Gegend das Leben bestimmten. Die großen Ereignisse waren es jedoch, die einen bleibenden Eindruck bei einem Kind hinterließen: die nicht immer vorhersehbaren, wie Geburten, Hochzeiten und Beerdigungen, und die fest gefügten, wie die Feiertage, aber auch die, der Aussaat, Ernte, Kirchweih und - des Schweineschlachtens. Es gibt kaum eine Erinnerung, die mir ursprünglicher erschien, als diese frühwinterliche Begebenheit, wohl auch deswegen, weil sie mein erstes großes Erlebnis nach der Rückkehr meiner Familie aus Amerika war.
Das oft Fest genannte Schweineschlachten fand zu einer Zeit statt, als der pannonische Winter sich bereits den tieferen Temperaturen näherte: Ende November, Anfang Dezember. Viel früher als der späte Tagesanbruch wurden schon die Vorbereitungen getroffen. Die umfunktionierte Sommerküche zu einem Frühstücksraum und, danach, zu einer Wurstküche, war schon für die helfenden Verwandten, Freunde, Nachbarn und den Metzgermeister vorgewärmt und der Tisch mit selbst zubereiteten Speisen und Getränken gedeckt. Gegen vier Uhr begann man neben der Sommerküche das Brühwasser im gusseisernen Kessel, der in einen offenen Herd eingebauten war, vorzuheizen. Mit dem Erscheinen der „Schlachtgehilfen“ konnte man meinen, dass auch die unruhig werdenden Schweine zu ahnen begannen, welch schicksalhafter Tag bevorstand. Zunächst wärmten die Scharfrichter sich in der Küche auf mit Brot, Butter, Honig, jeglichem Art von Gebäcks, Gerstenkaffee mit Chicoree auf, allerdings erst nach dem Genuss eines Brunnenputzers: Obstschnaps eigenen Destillats.
Trotz der Aufregung war ich um diese Zeit noch zu verschlafen, um die einzelnen Anwesenden zu unterscheiden. Erst später, an der frischen Luft, als es an das Gemetzel ging – noch war es nicht hell – konnte ich die in Schafpelzjacken verhüllten Teilnehmer erkennen. Die herausragende Figur: die, des Metzgers. Vier starke Männer hatten das erste, einen Todesschrei von sich gebende Schwein herausgeholt und es rücklings auf dem Boden gebändigt. Noch sehe ich am anderen Ende der Sau den Metzger stehen. Mag es die sich ankündigende Gewalt gewesen sein, er kam mir hünenhaft vor: riesig, wohlbeleibt, eine weiße Fleischerschürze um die Wampe, eine spitze Persianer Pelzkappe – Zeichen eines gewissen Wohlstandes – auf dem Kopf, die ihn noch größer erscheinen ließ und... ein, mir scheint, schwertlanges Messer, das selbst noch in der Dämmerung funkelte, in der erhobenen rechten Faust. Jeder Gehilfe, auch ich, hatte seinen Standort: die Männer, weil sie benötigt wurden um das Schwein zu halten, der Bube, weil an mir eine Männlichkeitsprüfung (im Alter von Sieben?) vollzogen werden sollte!
Kein Zweifel: mit dem Messer hätte man jeden Bart mit einem Zug abschneiden können. Stattdessen wurde jetzt die Kehle des Schweins rasiert. Eine Unterbrechung diente dazu, mich in meine Aufgabe einzuweisen: Ich habe, nach Einstich in die Kehle, das Schweineschwänzchen so lange zu drehen, bis auch der letzte Tropfen Blut herausgequetscht sei! So geschah es, nachdem der Schlächter mit einem ganz kleinen Schnitt die Kehle durchtrennt hatte. Mein Kurbeln hatte nicht etwa etwas mit Sadismus zu tun, sondern mit einem schockartigen Schreck. Ganz benommen, habe ich bestimmt so lange am Schwänzchen gedreht, bis auch kein einziger Tropfen Blut mehr in dem armen Tier zurückgeblieben war. Und wofür? Das Blut wurde nicht einmal aufbewahrt, sondern einfach auf den daneben liegenden Misthaufen gekippt!
Was für mich spricht – trotz des demütigenden Schwächeanfalls – ist, dass mich nach dieser, wohl nicht bestandenen Prüfung mein früh erwachendes wissenschaftliches Interesse an der Anatomie trieb, die weiteren Vorgänge kindlich genau zu beobachten.
Die Sau war erledigt, ihr Leichnam in eine hölzerne Mulde gelegt, kochendes Wasser geholt, der Körper übergossen und mit einem Schaber so glatt rasiert, wie Männer nur sonntags waren. Der Anblick des rosaroten Körpers war – schön. Man hätte verweilen können, aber insgesamt mussten an diesem, etwa achtzehn Stunden Tag drei Schweine, Nr. 2 und Nr. 3 ohne mein Zutun, geschlachtet werden.
So lagen die rosaroten Schweine da, um kurz danach mit Zugscheiten zwischen Achillessehne und Fersenbein hochgezogen zu werden, aufgereiht zum Entleiben. Meine Beobachtungen nahmen keine Einzelheiten wahr, sondern nur grobe – das des Tranchieren: Aufschlitzen des Bauches, Herausrutschen der glitzernden, glitschigen Gedärme und deren späteren Reinigung zwecks Vorbereitung als Wursthülle, Abtrennung der Organe, des Kopfes und der Gliedmaßen... So weit die anatomischen Studien, wobei ich das Herausnehmen der Blase beinahe vergessen hätte die, nach Trocknung, uns Jungen als Fußball diente.
Nachdem nun die zerlegten Tiere nicht mehr eindeutig als Schweine zu erkennen waren, begannen die, für mich recht vergnüglichen Stunden des Tages, mit einem zweiten Frühstück, ehe die Organe, das Fleisch und der Speck verarbeitet wurden, zunächst als solches, das abgekocht, solches, das zu Wurstbrät, und solches, das geräuchert oder eingepökelt werden sollte. Einigermaßen genau erinnere ich mich noch an das Herstellen der Würste – Bratwurst (auch als Kolbász bekannt, frisch oder geräuchert), Paprika Salami, Leberwurst (frisch oder geräuchert), Schwartenmagen und Sülze (widerwärtig) – deshalb, weil wir, nach dem Krieg zurück in Brooklyn, wieder versuchten diese Schmausereien herzustellen.
Vor der endgültigen Formgebung – die Därme waren gründlich vom vorhergehenden Inhalt befreit worden, im Gegensatz zu meiner ersten Schlachtplatte in Deutschland -- mussten die Würste „angemessen“ werden (schon wieder eine Prüfung!), indem die Masse eventuell anwesenden Jünglingen unter die Nase geschmiert wurde. Ansonsten sehe ich nur noch die Schweinsköpfe im Kessel dahinsieden, um zum Teil als Wurstfülle zu dienen und zum Teil als Kesselfleisch bei der abendlichen Metzelsuppe gereicht zu werden. Im Übrigen haben sich all meine Gedanken immer auf die Zeit hin bewegt, zu der diese Köstlichkeiten zum Genießen einladen würden.
Schon zu Mittag gab es Gulasch. Das Rezept hierfür besteht für mich aus sehr viel ausgelassenem Schweineschmalz, Zwiebeln und Paprika und noch mehr Fleisch. Dazu Knödel, d.h., Riesenspätzle, denn schließlich konnten sich die Donauschwaben dickere Mehlspeisen leisten als ihre Artgenossen im trüben Herkunftsland!
Wer hier an Diät denkt, weiß wahrscheinlich nicht, dass die Batschka nicht nur ein fruchtbares Ackerland war, sondern auch hervorragende Landweine in großen Mengen -- von etwa 1,8 Millionen m² Weinanbaufläche allein in Sekitsch – hervorbrachte, die bei solchen Anlässen auch konsumiert wurden. Also, vielleicht das deftige Essen nur als Vorwand?
Nachmittags ging es weiter mit der verfeinerten Vollendung der Verarbeitung. Erst als es schon dunkel wurde, war die Arbeit getan. Die Belohnung bestand aus eben der oben erwähnten Metzelsuppe mit handgemachten feinen Nudeln, mit viel köstlichem Kopffleisch (für mich stark gesalzen), Gebratenem, und danach selbstgemachten Krapfen, und Getränke – nicht nur Schnaps und Wein – bis in der späten Nacht die Müdigkeit den Aufbruch erzwang.
Nein, eine Routine war dieses Leben nicht – es lief alles nach einer zeigerlosen Uhr ab, der man sogar zugetraut hätte, rückwärts zu gehen ohne dass man es hätte bemerken können. Alles was geschah, ereignete sich einfach so, als wäre es die natürlichste Sache der Welt, auch der Tod. Und dennoch: Leben konnten die Leute, weil es schön war. In meiner Erinnerung hat dieser Tag viel länger gedauert als vierundzwanzig Stunden: ein ganzes Leben lang.
Grün? Wer weiß heute noch, was ein wahres grünes Leben ist? Es war das Grün der Natur, das nicht nur an diesem Tag herrschte, und das Grün der Menschen, mit ihrem mit der Hand betriebenem Werkzeug, bis hin zum Grün der Zutaten bei den Mahlzeiten, wie auch dem, der Verarbeitung der ehemals bestens gepflegten Tiere. Auch der Todesschrei des Schweines beim Schwänzchendrehen schien wie selbstverständlich dazu zu gehören.
Jacob Lohrmann
Neues vom Projekt : Heimatstube
Durch das Projekt über die Eröffnung der Donauschwäbischen Heimatstube in Sekitsch (Lovćenac) hatte ich die Möglichkeit, nach Deutschland zu fahren.Frau Helga Eisele schlug mir eine Praktikumsarbeit in dem Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm vor.Für meine Abiturarbeit hatte ich ein ähnliches Thema gewählt, bzw. über die Ansiedlung geschrieben.
Im Rahmen des Vertrags vom DZM verbrachte ich dort zirka drei Wochen.Es war ein schönes Erlebnis in diesem Gebäude mitarbeiten zu können.Während meiner Zeit in Ulm hatte ich die Gelegenheit an verschiedenen Programmen teilzunehmen.Es war besonders interessant an einem Wochenende einen Workshop zu organisieren.
Eines Sonntags war auch eine Tanzgruppe aus Rudolfsgnad (Knićanin) zu Besuch in Ulm, eine Kindergruppe aus Mecseknádasd,Ungarn auf der Sonnenmatte in der Nähe von Reutlingen.Es war ein Programm für sie über der Vorbereitungen um auf Ostern zu gestaltet.
Meine Arbeit bestand aus der Inventarisierung der Museumsobjekte.Aber ich hatte auch praktisches zu tun, z.B. den schon markierten Objekten einen Platz im Depot zu finden.
Ich wohnte bei meinen Gastgebern Helga und Peter Eisele in Korb bei Waiblingen sowie bei Franz und Gudrun Flock in Weidach bei Ulm.Ich bedanke mich gleich noch mal für die unglaubliche Gastfreundschaft.Neben der Arbeit konnte ich mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt ansehen, wie das Münster in Ulm. In Stuttgart war ich im Wilhelma-Zoo, im Mercedes-Museum.In Ulm war ich auf Konzerten und verschiedenen Veranstaltungen.
Die Sekitscher Heimatstube wird bald eingerichtet und eröffnet.Ich hoffe ich kann meine, während des Praktikums gesammelten Kenntnisse hierbei verwenden.Nach der fast 20 stündigen Busfahrt kam ich glücklich zu Hause in Kula an.
Martin Cvetanović,
Kula, Wojwodina
Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch / Feketitsch, liebe Leser des Sekitscher Boten
zu unserer jährlichen Hauptversammlung, am 21.April 2012 in Böchingen, lade ich Sie herzlich ein.
Es wird wieder viele interessante Themen um die Vereinsarbeit und die Gestaltung der geplanten Heimatstube in Sekitsch geben.Am 4.Mai 1786 wurde Sekitsch – Szeghegy – Sekić angesiedelt.
Eine denkwürdige Zahl von 225 Jahren (1786 – 2011 )und immer noch ist unser Sekitsch im Gespräch und wir Landsleute als Heimatortsgemeinschaft miteinander verbunden und aktiv. Aus diesem Grund ist es ein schöner Anlaß zum 225igsten Bestehen dem Verein, dieses Geschenk zu machen. Ihre Spendeneingänge haben gezeigt, wie groß das Interesse ist.
Auch wird es die Gelegenheit geben die Sanierungsarbeiten im Haus der Südostdeutschen – Heimatmuseum Böchingen - zu sehen. Dank dem unermüdlichen Einsatz von Reinhold Walter, haben wir ein dichtesDach über dem Kopf (Bericht im Sek.- Bote v. 1.Dez. 2011).
Im Laufe der Jahre hat die HOG Sekitsch-Feketitsch dem Museum EUR 500,- an Spenden zukommen lassen.
Es würde mich freuen, wenn wir wieder eine große Runde werden und vielleicht sogar noch mehr Besucher, als im letzten Jahr. Geplant ist wieder ein gemeinsames Mittagessen und die Diskussion um aktuelle Themen.
Bis bald in Böchingen.
Ihre Helga Eisele geb.Tauss
1.Vorsitzende
Liebe LeserInnen des "Sekitscher Bote"
wir haben in den Kirchenbüchern ein wertvolles Dokument zur Ortsgeschichte von Sekitsch gefunden, dass wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.
In diesem Dokument bedauert der damalige Pfarrer Friedrich Engisch, dass ab dem 1.Dezember 1895 die offizielle Führung der Matrikelbücher der Kirche entzogen wurde und von staatlichen Ämtern weitergeführt wird. Somit stellt dieses Dokument, was uns dankenswerterweise von unserem Forscherfreund, Herrn Elmar Rosa (kein Sekitscher), aus dem Ungarischen übersetzt wurde, die "Geburtsstunde" des Sekitscher Standesamtes dar.
Dieses Dokument ist für das Verständnis unserer Familienbücher bedeutsam. Bei den standesamtlichen Eintragungen sind ab 1895 alle Religionen nach den Ereignissen (Geburt,Heirat,Sterbe) zusammengefasst (evangelische, reformierte, katholische, nazarener und jüdische). Die Kirchenbücher selbst sind nur auf die entsprechende Religion beschränkt. Deshalb findet man in den Kirchenbüchern der evangelischen Kirche von Sekitsch keine Reformierten Personen (ausgenommen Mischehen von Evangelischen und Reformierten Personen) und im Kirchenbuch der Reformierten von Feketitsch keine evangelischen Personen (ausgenommen Mischehen von Reformierten und Evangelischen Personen)
Übersetzung:
Zur Erinnerung
Seit der Reformation wurde die Matrikelführung in die verlässlichen Hände der Pfarrer gegeben, die die Matrikel in zwei Exemplaren anfertigten: das Original das im Besitz der Kirche blieb und die beglaubigte Kopie die jährlich an die gesetzlichen Behörden weitergeleitet wurde.
Den Letzteren, brachte die in 1894 erlassene Reformen der Kirchenpolitik, bezüglich der Führung der Matrikel, wesentliche Änderung. Die Gesetzgebung von 1894, Artikel XXXIII, die am 9. Dezember 1894 königliches Gutheißen bekam, hat die Verstaatlichung der Matrikel ausgesprochen und das in Kraft treten des Gesetzes hat veranlasst, dass ab dem 1. Oktober, im Jahr Gottes 1895, die Matrikelführung von den Pfarrern, in den Bereich des Staates übergeben wurde.
Von nun an werden unsere Matrikel mit rein kirchlichen Charakter, unter Aufsicht unserer Obrigkeit und mit Hilfe Gottes, in ihrer bisherigen Form weiter geführt, mit dem Ziel der Evidenzhaltung unserer Glaubenstreuen.
Der Gott der Gnade gebe, dass dies Alles zum Wohle unserer evangelischen Kirche und unserer ungarischen Heimat diene.
Szeghegy, den 1. Oktober 1895 Friedrich Engisch
ev. Pfarrer
In der Hoffnung, dass dieses Dokument für alle, die sich mit der Ortsgeschichte oder der Erforschung der Ahnen beschäftigen, interessant ist.
Herzlichst
Brigitte und Gunther Wolf
Junge Sekitscher
Tagung der Heimatortsgemeinschaften
v.l.n.r: Niko Sieler , Gottfried und Doris Karbiner, Helga Eisele geb.Tauss 1.Vorsitzende der HOG , Rosemarie geb. Tauß und Helmut Trudel , Horst Wagner
Wichtige und Aktuelle Themen und Fragen:
Aus dem Bereich der Arbeit des Bundesverbandes der Landsmannschaft der Donauschwaben wie z.B. das neue Restitutionsgesetz Serbiens ,Gedenkstätten usw.
Referenten:
Mitglieder des Bundesvorstandes und der Heimatortgemeinschaften
SPENDEN - AUFRUF
Auf Wunsch der Mütter in Feketitsch sucht unsere HOG Sekitsch-Feketitsch gebrauchte Musikinstrumente für die Kindermusikgruppe in Feketitsch.Viele Kinder sind sehr musikalisch, aber die Eltern haben kein Geld für die Anschaffung eines Musikinstrumentes. Blockflöte, Melodika und andere Musikinstrumente, sowie die Noten dazu werden gerne entgegen genommen. Wir vom Verein, übergeben dann persönlich die Spende an die Leiterin der Musikgruppe Frau Ezter Pal in Feketitsch. Ihre Spende richten Sie bitte an:
Helga Eisele, Boschstr.26, D-71404 Korb
Endlich sind die Flöten da! Auf unseren mehrmals erschienenen Spendenaufruf gab es jetzt endlich eine Reaktion. Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Anni Herold aus 23923 Selmsdorf für die Sachspende von drei Flöten (je eine F-Piccoloflöte, C-Tenorflöte und F-Altflöte). Frau Herold (geb. Mojsesku, 1946 in Verbas) ist 1956 nach Deutschland gekommen und hat in diesem Jahr auch das Flötespielen begonnen. Sie und ihre Töchter haben bereits auf diesen Flöten gespielt. Da die Flöten heute nicht mehr genutzt werden, hat Frau Herold sich dazu entschieden, die Flöten an uns zu senden, worüber wir uns sehr freuen. Die Musikinstrumente werden, wie angekündigt, der Kindermusikgruppe in Feketitsch übergeben werden, wo sie sicherlich nicht verstauben. Über weitere Spenden freuen wir uns!
v.l.n.r: Oswald Hartmann , Frau Eisele , Bela Bojtos (Schuldirektor)
C.Biro (Dolmetscher) , Frau Ezter Pal
Weitere Flöten und Musikinstrumente von Frau Anni Herold, eine Anfängerflöte und Noten, sowie die Zusage für weitere Flöten an die Musikgruppe in Feketitsch, falls die vorgeschlagene Flöte dort angenommen wird.
Und von Frau Heidrun Taus, Frankenthal, erhielten wir gleich ein ganzes Sortiment:
2 Glockenspiele, 1 Melodica, 2 Blockflöten, und 2 irische Tin-Whistles sowie Noten.
Wir sagen herzlichen Dank und die Anerkennung der Musikgruppe
Feketitsch ist uns gewiß.
Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch / Feketitsch
liebe Leser des „Sekitscher Boten“ Nr. 156 vom 1.Sept. 2011
über den Zaun zu schauen um zu sehen wie es den Nachbarn geht, das haben wir von der HOG Sekitsch-Feketitsch am 17.Juni 2011 auch gemacht. Wir sind nach Filipowa gefahren um an der Gedenkfeier für die Errichtung eines Gedenkkreuzes teilzunehmen. Diese Gedenkstätte mahnt zur Erinnerung an die 212 Männer und
Jugendliche die durch die Partisanen am 25.November 1944 ermordet wurden.
Alle Dörfer und Gemeinden haben in den Jahren 1944/1945 und auch noch später in den Lagern, viele Tote zu beklagen, und deshalb sind wir mit diesen Landsleuten ebenso verbunden, und müssen uns mit dem gleichen Interesse und Anteilnahme zusammenfinden.Da es leider im ehemaligen Filipowa keine Kirche mehr gibt, wurde der Gedenkgottesdienst in die Nachbargemeinde Hodschag (Odcaci)verlegt.
Aber wir (12 Personen) sind ja auch wegen der Einweihung der ehemaligen Deutsch-Evangelischen Kirche in Feketitsch am 19.Juni 2011 angereist. Zu diesem Gottesdienst lesen Sie bitte den nachfolgenden Bericht Festgottesdienst und Einweihung. Es sind an diesen Tagen wieder viele Gespräche geführt worden und wir haben Erinnerungen an unsere Eltern und Großeltern ausgetauscht. Sie waren alle ihrer Heimat beraubt worden und jeder von ihnen hatte ein schweres Schicksal. Wir denken an sie während der Gottesdienste und auf dem Weingärtner Friedhof am Gedenkstein.
Unsere Reisegruppe hatte nach diesen Veranstaltungen verschiedene Ziele und Interessen. Meine Aufgabe war ja noch die Reise mit den drei Gastkindern aus der Gemeinde Mali Jdjos. So hatte ich bereits am 15. und 16.Juni über den Schuldirektor die Namen und Adressen der Kinder erfahren, die in diesem Jahr diese Reise machen durften. Es waren wieder 2 Mädchen und ein Junge. Sie hatten ihr Schuljahr mit guten Noten abgeschlossen und sind mit Sport und Kultur in Vereinen tätig. Ich hatte mich bei jeder Familie persönlich vorgestellt und die kommende Reise besprochen. Diese Familien der Kinder wissen, daßwir als Nachkommen der ehemaligen Bewohner dieser Orte,heute als Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch dieses Angebot machen, und wir für diese Förderung der Kinder auch das Interesse an derDeutschen Sprache und Kultur erwarten.
Deshalb fördern wir jetzt auch die Tanzgruppe in Feketitsch mit einem Tanzlehrer für unsere Donauschwäbischen Tänze. Die Reisegruppe von Justine Wittine aus N.Y.USA konnte im Kulturhaus die Probeauftritte sehen und hatten schon ihre Freude daran.
Ihre Helga Eisele geb.Tauss
Philipp Schnauthiel, der Kunstmaler aus Feketitsch
Er stellt sich selbst vor:
Im ehemaligen Königreich Jugoslawien wurde ich 1928 geboren. Schon während des Zweiten Weltkrieges kam ich nach Berlin und vor Kriegsende nach Stuttgart.
Von klein auf habe ich gemalt und die Malerei, neben dem kaufmännischen Beruf, als Hobby betrieben. Als Autodidakt habe ich mich weitergebildet und mit gleichgesinnten Kollegen Erfahrungen ausgetauscht. Seit 1989 betreibe ich die Malerei gewerblich. In diesem Zeitraum lernte ich Konrad Kujau kennen. So unterschiedlich unsere Persönlichkeiten auch waren, so hatten wir doch eine gemeinsame Berufung:“Die Kunst der Kopie“ Wir waren befreundet und haben auch sporadisch zusammengearbeitet. In meinem Atelier male ich hauptsächlich Ölgemälde, auch nach Ihren Wünschen und Vorlagen – realistisch, impressionistisch, expressionistisch auch surrealistisch.
Mein Selbstporträt mit einer Botschaft, die in der ganzen Welt verbreitet werden sollte.
Wenn man die „Gebote Gottes“ an allen Schulen der Welt, unabhängig von allen Religionen lehren würde, könnte man auch diese Menschen und Kinder erreichen, die keiner Religion angehören! Das war mein Grundgedanke als ich das Bild gemalt habe.
Weitere Informationen zu seiner Person und Arbeit siehe Homepage: www.schnauthielart.de
Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch / Feketitsch
Mit dieser Dezember Ausgabe schließt für ein Jahr die Vereinsarbeit ab und das zurückliegende Jahr hat uns viele neue Eindrücke gebracht. Ich stelle mit Freude fest, daß unsere Landsleute wieder Interesse an „ Ihrem Sekitsch und Feketitsch „ haben.Die Reisegruppen und die schönen nachfolgenden Berichte mit den Eindrücken in der alten Heimat. Daß auch junge Menschen sich für die Geschichte ihrer Familien interessieren und es ganz offen zeigen begeistert mich. Vielen Dank allen die mir in diesem Jahr so intensiv zugearbeitet haben.Auch das große Interesse an der Vereinshomepage zeigt, daß wir mit unseren Berichten und der Weiterleitung auf den Link zur Ahnenforschung richtig sind. Woher kommt meine Familie und wo sind die Wurzeln der Donauschwaben, wo und wie leben sie heute. Das sind interessante Themen und beschäftigen die Nachkommen, aber auch Personen die nicht aus dem Donauschwäbischen Siedlungsgebiet kommen, haben großes Interesse an der Vereinsarbeit der Heimatortsgemeinschaft.Am 1.September 2011 habe ich zusammen mit einer Reisegruppe von Oswald Hartmann an der Gedenkfeier in Rudolfsgnad (Knićanin)teilgenommen. Für mich war es eine große Freude, dort mit einer Gruppe von Frauen zusammen zu treffen, die das Lager Rudolfsgnad überlebt haben und nun jedes Jahr auf dem Friedhof der vielen Verstorbenen gedenken. Diese Frauen waren als junge Mädchen ins Lager gekommen und nach ihrer Entlassung haben sie serbische Männer geheiratet, die deutschen Männer waren ja leider nicht mehr da, wie sie sagten, und heute leben sie in Mischehen und sind zum Teil auch schon wieder Witwen. Sie haben mit mir in ihrem alten Schwowisch Dialekt gesprochen und freuen sich, daß wieder Deutsche Landsleute ins Banat kommen. So haben auch sie selbst wieder Gelegenheit ihre Muttersprache zu sprechen. Ich habe versprochen, im nächsten Jahr wieder mit ihnen in Knićanin zusammen zu kommen.
Neues gibt es auch aus Sekitsch; Mein Mann Peter und ich haben in der Zweiten Reihe ein Haus gekauft.Es wird gerade renoviert und soll dann in bestimmten Bereichen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir planen die Einrichtung einer Heimatstube Sekitsch. Es gibt noch viele Gegenstände die unsere Vorfahren bei der Flucht und Vertreibung zurück lassen mußten. Wenn wir jetzt nicht danach suchen und die angebotenen Gegenstände nicht entgegen nehmen, sind sie verloren. Jetzt ist es an der Zeit die Geschichte bis 1944/45 zu zeigen und für die Nachkommen zu bewahren.
Ich hoffe, daß dies auch in Ihrem Interesse sein wird und bin zuversichtlich, daß dieses Projekt „Heimatstube“ ein Erfolg wird.
Mit großen Aufgaben gehen wir ins neue Jahr und ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und kommen Sie gut ins neue Jahr.
Liebe Grüße
Helga Eisele geb. Tauss
1.Vorsitzende
Die Ferienwoche mit den Gastkindern aus Mali Idjos
vom 20.Juni bis 26.Juni 2011Anka 7.Klasse 14.Jahre aus Lovcenac, Henrietta 7. Klasse 14 J. aus Mali Jdjos und Aron unser Kleiner mit 12 Jahren u. 5.Klasse aus Feketitsch.
Gesucht und gefunden haben sich über das Donautal-Magazin vom 1.Mai 2011 die Gastgeberin Frau Dr. Hilde Link, in Gräfelfing und Helga Eisele, 1.Vorsitzende der HOG Sekitsch-Feketitsch. Wir haben Kontakt aufgenommen und die anstehende Ferienwoche für die drei Gastkinder aus Serbien besprochen. Wie schon 2010 wurden die 3 Kinder aus den Gemeinden Hedjesch, Sekitsch und Feketitsch von der jeweiligen Schulleitung ausgewählt und vorgeschlagen. Ich war schon gespannt welche Kinder in diesem Jahr mit mir reisen dürfen. Ich bekam die Adressen und zusammen mit der neuen Deutschlehrerin besuchte ich am 16.Juni die Familien und wir lernten uns kennen.
Ich bin jedes mal überrascht, mit welcher Freude die ganze Familie an diesem Treffen teilnimmt. Sie freuen sich für ihr Kind, daß nun diese Ferienwoche in einem anderen Land beginnen soll. Pünktlich am 20.Juni um 7 Uhr brachten die Eltern die Kinder zum Kulturhaus in Feketitsch und mit Tränen in den Augen der Mütter und einem Abschiedsfoto sind wir dann gestartet.
Unsere Gastgeberin Frau Link und ihre Familie erwartete uns am Abend in Gräfelfing. Die Anreise und die Grenzübergänge sind gut gegangen und wir waren froh, als wir nach einem Abendessen in die Betten steigen durften. Dienstag 21.Juli, die Fahrt in die Schweiz/Tessin beginnt mit einem Stop vor der Autobahn, mit einem 2.Frühstück bei Mc Donald. Die Kinder kennen Mc D.aus ihrer Heimat nicht und erfreuen sich an Cola und Hamburger. Bis Heididorf-Maienfeld,kommen wir gut voran. Das Heidi Mädchen ist den Kindern vom Fernsehen als Zeichenserie bekannt.Sie machen viele Fotos und staunen über die schöne Heimat von Heidi und dem Geißen-Peter. Wir fahren weiter Richtung Tessin und erreichen am Nachmittag in Brusino unseren Ferienort für ein paar Tage. Es ist umwerfend welche Aussicht wir genießen und das schöne Haus mit Garten am Luganer See wird bis Samstag unser Heim sein. Die Kinder finden sich schnell zurecht und kommen sich selbst langsam näher.Da sie in jeweils andere Schulen gehen, kennen sie sich nicht. Sie sprechen Serbisch und Ungarisch miteinander. Mit Frau Link und mir je nach Möglichkeit Deutsch oder Englisch. Wir finden immer die richtigen Worte und haben viel Spaß. Hilde und ich freunden uns auch an und genießen die Tage mit unseren drei Kindern, wobei Aron der Hahn im Korb ist und bleibt. Er spricht sehr gut Deutsch und versteht uns auch ohne viel Worte. Es wird ein herrlich langer Tag und am Abend steigen wir noch für eine Erfrischung in den Luganer See. Jetzt hat auch meine Ferien- woche begonnen. Leider können die Kinder nicht schwimmen und sind vorsichtig am Ufer zurück geblieben.
Frau Link hat für die nächsten Tage eingekauft und wir sind ihre Gäste.Wir kochen gemeinsam und die Kinder dürfen mithelfen. Bei Tisch sitzen wir zusammen und erzählen wie es dazu kam. Diesen schönen Aufenthalt verdanken wir der Einladung durch Frau Dr. Hilde Link. Sie hatte Ihre Einladung über das Donautal-Magazin Nr. 166 an uns gerichtet. Die Eltern von Frau Link sind ebenfalls Donauschwaben.
Ihre Mutter kommt aus Rudolfsgnad und der Vater aus Titel. Nach Flucht und Vertreibung über Osterreich kam die Familie nach Deutschland und Hilde wurde 1951 geboren. So haben wir beide vieles gemeinsam und ich erzähle Hilde viel von meinen Reisen seit 2006 in die Heimat unserer Eltern. Von der Vereinsarbeit und dem großen Interesse der Nachkommen an der alten Heimat. Mittwoch 22.Juni, leider haben wir heute Regen und etwas trübes Wetter. Nach dem Frühstück besprechen wir unseren Tagesplan und beschließen in die Swissminiatur nach Melide zu fahren. Dort ist das Land Schweiz mit allen Kantonen aufgebaut und jeder Kanton mit seiner speziellen Landschaft und Gebäuden aufgebaut. Diese Modelle sind wunderschön und die Kinder finden auch Maienfeld mit dem Heididorf wieder. Viele Fotos werden an diesen schönen Ausflug erinnen. Auch heute müssen wir einen Einkauf machen und fahren dazu über die Grenze nach Italien.Die teure Schweiz mit dem Franken zwingt zum Einkauf im EURO-Land. Gemeinsam bestimmen wir das Abendessen und die Kinder suchen aus, was ihnen schmeckt. So hoffen wir, Hilde und ich, daß die Teller leergegessen werden.
Donnerstag und Freitag fuhren wir mit dem Boot über den Luganer-See. Eine herrliche Uferlandschaft und die Kinder sind glücklich und freuen sich, daß sie diese Reise machen können. Sie sagen, daß sie am liebsten hierbleiben würden. Mit einer Seilbahnfahrt Brusino-Serpiano 650 m.ü.M. haben wir dann einen Superabschluß für die Tage im Tessin gefunden. Für diese Jugendlichen ist es ein einmaliges Erlebnis und der Begriff UNESCO-Weltnaturerbe mußte ihnen erst erklärt werden. Hoffen wir, daß diese Reise und Erfahrungen sie dazu bringt, auch in ihrer Heimat Serbien bzw. Vojvodina ihre Natur mit anderen Augen zu sehen. Jeder einzelne sollte dafür sorgen, daß die Schönheiten seiner Heimat erhalten bleiben. Die Heimreise kommt immer näher und die Kinder sind in Stimmungs- schwankungen, mal Tränen wegen dem Abschied und auch gleichzeitig wieder Freude auf Zuhause und die Familie. Am Sonntag verbringen wir noch einen schönen Tag in München. Hilde hat uns mit ihrer Familie noch ein schönes Frühstük bereitet und dann müssen wir uns leider trennen. Wir danken ihr für ihre Gastfreundschaft und eine wunderschöne Zeit im Tessin. Die Kinder werden diese Tage niemals vergessen. Für diese Reise der Gastkinder aus Serbien hatte ich auch eine Spende über EUR 300,- für die Gestaltung des Programms erhalten. Ilse und Ulrich Renz aus Holzgerlingen, sind uns Sekitscher Landsleuten schon immer sehr verbunden gewesen. Und als sie von diesem Programm der Jugendförderung erfahren haben, wollten sie auch ihren Beitrag dazu leisten.
So verbrachten wir noch einen schönen Tag im Schloss Nymphenburg München. Neben dem Schloss lädt der ausgedehnte historische Schlosspark zum Spaziergang ein. Das Mittagessen konnten wir bei bestem Wetter im Park des Palmenhaus genießen. Schloß, Park und diese Vielzahl der dortigen Ausstellungen ist für die Kinder etwas gänzlich Neues. Alle drei hatten so etwas noch nie gesehen. Im Museumsladen konnten sie dann ihre Reisegeschenke kaufen und für sich selbst und die Eltern etwas schönes aussuchen. Mit Blick auf die Uhr machten wir uns auf den Weg zum ZOB München, denn die Kinder sollten dort um 19 Uhr in den Bus nach Subotica einsteigen.Aber vorher gab es bei Mc Donald noch ein Eis und diverse Getränke zur Erholung nach dem langen Tag im Schlosspark.
Mit diesem Angebot für die Jugendförderung in der alten Heimat tun wir etwas ganz Entscheidendes. Die Kinder kommen über die Grenze in andere Länder und wir wecken das Interesse an Kultur und Partnerschaft. So lernt zum Beispiel Henrietta in der Schule die Deutsche Sprache, da sie gerne Deutschlehrerin werden möchte. In der Familie von Aron wird ohnedies viel Deutsch gesprochen, da die Großeltern lange Zeit in Baden-Württemberg gelebt haben. Anka aus Lovcenac kann erst mit dem Schulwechsel ab der Klasse 8 zusätzlich Deutsch Unterricht nehmen, bisher lernt sie Englisch und Russisch. Die Kinder sind wieder gut zuhause angekommen und genießen nun ihre Ferienzeit. Im September nach Schulbeginn gibt es ein Wiedersehen in Mali Idjos.
Liebe Grüße
Helga Eisele, 1. Vorsitzende
Einweihung deutsch-evangelische Kirche
Am 19.Juni 2011 um 10 Uhr hat bei einem Festgottesdienst und der Einweihung mit Schlüsselübergabe durch Bischof Arpad Dolinski das neue Kirchengebäude in Feketitsch seinen Segen erhalten. Die im Jahr 1904 für die Deutsche-Evangelische Kirchengemeinde erbaute Kirche wurde nun nach langer Zeit wieder renoviert und der Ungarischen- Evangelischen Kirchengemeinde übergeben. Die Kirche wird künftig von verschiedenen Konfessionen genutzt und außer Gottesdiensten sollen auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Bereits am 26. Oktober 2008 fand um 16 Uhr in der noch nicht fertiggestellten evangelischen Kirche in Feketitsch ein Gottesdienst statt. Die Predigt wurde damals von Bischof Dolinszki und Frau Pfarrerin Dolinszki auf deutsch gepredigt, von dem Pfarrer Ehepaar Dolinski jr. die Andacht gehalten.
Nach weiteren Jahren in denen die finanziellen Mittel für einen zügigen Ausbau fehlten, ist nun die Fertigstellung und Einweihung auf den neuen Termin am 19.Juni 2011 geplant und auch eingehalten worden. Die Kirche wurde Jahrzehnte lang als Getreidespeicher verwendet und war in einem sehr schlechten Zustand, mit vielen fehlenden Bauteilen der ehemaligen Kirche. Es war eine finanzielle wie auch bauliche Herausforderung dieses Gebäude wieder als Kirche auszubauen und für Gottesdienste zu nutzen. Unsere Reisegruppe von der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch hatte am 27.Oktober 2008 für die Renovierung des Altars eine Spende von EUR 550,-- übergeben.
Für diese Spende konnte nun ein neues und sehr schönes Taufbecken angeschafft werden, und wir freuen uns darüber, daß die künftigen Taufkinder und ihre Familien ein so schönes und wertvolles Taufbecken vorfinden. Schöne Fotos dazu finden Sie in unserer Homepage www.sekitsch-feketitsch.de Das alte Taufbecken aus Granit wurde bei den Bauarbeiten gefunden, allerdings sehr beschädigt. Heute ist es als Erinnerungsstück unter der neuen Kanzel eingebaut und ein Zeichen an das alte Kirchengebäude, als Deutsche-Evangelische Kirche bis 1944 . Zahlreiche Besucher unserer HOG, viele geladene Gäste von Deutschen Vereinen aus der Umgebung von Feketitsch hatten bei diesem feierlichen Anlaß wieder einen Gottesdienst in unserer ehemaligen Kirche erleben zu können. Ein besonderer Dank für die Kirchenbänke und die Orgel geht an Frau Hildegard Gutekunst.
Sie ist Vorstandsvorsitzende des Hilfskomitees für die deutsche Evangelische Landeskirche aus dem ehemaligen Jugoslawien e.V. Dank ihrem großartigen Einsatz und dem festen Wunsch der neuen Kirche in Feketitsch wieder zu Ansehen zu verhelfen, hat sie es fertig gebracht die Kirchenbänke und die Orgel für diese Kirche in Feketitsch zu spenden. Die Kirchenbänke und die Orgel sind uns von der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde in Reutlingen überlassen worden. Wie es dazu kam und in welcher Weise uns Frau Gutekunst helfen konnte, lesen Sie unter: www.hilfskomitee.org
Nochmals vielen Dank im Namen der ehemaligen Deutsch-Evangelischen Kirchengemeinde von Feketitsch.
Reisebericht von Justine Wittine,geb. Grau, Glendale N.Y. USA
im Juni 2011 unterwegs in der alten Heimat.
Justine W. ist 1931 in Sekitsch geboren und hat in diesem Jahr wieder ihre alte Heimat besucht. Darüber hat sie für ihre Landsleute einen Bericht geschrieben und lässt uns so an ihren Erlebnissen teilnehmen.
Wir sind am 20.Juni 2011 von New York nach Belgrad geflogen, dort waren wir 2 Tage und die Sommerhitze der Großstadt machte uns schwer zu schaffen. In Belgrad haben wir uns ein Auto gemietet und fuhren weiter nach Novi Sad (ehemals Neusatz). Mittagessen und die Weiterfahrt nach Jarek brachte uns zum nächsten Ziel.
In Jarek war ich lange Zeit im Lager und ich wollte das Haus wieder finden in dem wir damals gelebt haben. Ich habe dieses Haus tatsächlich noch gefunden und es war für mich ein trauriger Anblick. Noch viel schlimmer als damals in Sekitsch, als ich nach langer Zeit wieder zum ersten Mal unser Haus gesehen habe.
Erinnerungen stiegen hoch und die Tränen flossen und wollten nicht aufhöhen. Wir sind dann weiter nach Feketitsch, denn dort wollten wir für ein paar Tage im Kulturhaus wohnen.
In Belgrad war es ja sehr heiß gewesen, und im Hotel hatten wir leider keine Klimaanlage. So haben wir gedacht, na wenn es in Belgrad keine Klimaanlage gibt, so gibt es in Feketitsch schon lange keine. Aber zu unserer Überraschung waren die Zimmer im Kulturhaus herrlich und es gab eine Klimaanlage. So konnten wir uns gut erholen.Anfangs wurden uns nur die Zimmer angeboten, aber später auch auf ein Frühstück erweitert. Wie geplant waren wir 2 Tage in der Umgebung von Sekitsch und Feketitsch unterwegs.Die neue evangelische Kirche in Feketitsch konnten wir nicht von innen besichtigen, aber von außen sieht sie sehr schön aus.
Für weitere 10 Tage sind wir nach Wien weitergefahren. Donaufahrt und einen Ausflug an den Neusiedler See waren unser Programm.
Mein Cousin, ich, die Tochter Margaret und meine Enkeltochter Britta, sind zurück nach Belgrad und dann von dort nach New York.
Reisebericht von Jack Lohrmann New York/USA
Führt ein Weg zurück? Und wenn „Ja“, wohin?
Im Juni 2011 habe ich meine Geburtsstadt New York wieder besucht. Aus Bequemlichkeit hatte ich mich einer Reise, vom Tübinger Deutsch-Amerikanische Institut veranstaltet, angeschlossen. Denn es ging mir bei dieser Reise weniger um eine Stadtbesichtigung und um die zwanzigste Auffahrt im Empire State Building, wenn auch dieses Gebäude für mich eine besondere Bedeutung hat: es wurde im Jahr meiner Geburt fertig gestellt. Stattdessen besuchte ich, der herrlichen Aussicht wegen, den Top of the Rock. Dieses Gebäude liegt direkt gegenüber der Radio City Music Hall, jenem Kolossaltheater, dessen Bau am Tag nach meiner Geburt begonnen wurde. Weil auch mein Vater, Jakob, und Schwager, Jack Judt, an einigen der bekannten Wolkenkratzer New Yorks mitgearbeitet hatten, meine ich in erster Linie ein New Yorker zu sein: meine Identität 1!
Der Flug begann mit meiner Identität 3: der eines Tübingers. Bleibt noch Identität 2, die von „Jacksch“, wie mich manche meiner Schulkameraden aus Jugoslawien/Ungarn noch immer nennen. Diese Bezeichnung soll mir wohl den Status eines Sekitschers verleihen, was mir allerdings wegen der Kürze meines Aufenthalts dort bestenfalls aufgrund der Herkunft meiner Eltern zusteht. Dennoch vergesse ich diese sechs wichtigen Jahre nie!
So sehr ich an New York hänge, gilt doch eine größere Zuneigung meiner Schwester, Tessie, und ihrer Familie. Es blieb also nicht aus, dass ich sie gleich nach meiner Ankunft anrief. Und wie schon einmal, war ich wieder zu der Zeit in New York, als eine Versammlung des Donauschwäbischen Hilfs- & Jugendvereins (Nachfolgeorganisation des 1956 gegründeten Donauschwäbischen Jugendvereins) stattfinden sollte.
Erscheint uns die Zeitspanne eines halben Jahrhunderts seit der Gründung des ersteren Vereins als lang, sollten wir uns daran erinnern, dass die Auswanderung aus Sekitsch in die USA bereits im 19. Jahrhundert begann. Gut belegt ist die Übersiedlung meines Großvaters Ludwig Klein mit seiner ältesten Tochter, Katie, schon vor dem Ersten Weltkrieg, bis seine Frau und die drei anderen Kinder 1921 nachkommen konnten. Als er 1926 starb (Foto), war er der erste von drei Generationen, die in New York beerdigt wurden. Ebenfalls 1921 ging mein Vater zusammen mit Peter „Max“ Wagner und vielen anderen Sekitschern nach Brooklyn. Dort sind meine Eltern, Theresia und Jakob Lohrmann, in Sichtweite des Empire State Buildings, ebenfalls auf jenem Friedhof beerdigt – unweit des Grabes meiner Großeltern Klein und meines Neffen, Gary Judt.
Eigentlich reichen auch meine Erinnerungen bis zurück zur Auswanderung meines Großvaters, da ich ja noch meine 1881 geborene und 1975 in New York gestorbene Großmutter Klein gut kannte. Unter diesen Voraussetzungen ist es verständlich, dass ich mich in erster Linie als New Yorker betrachte. Denn meine prägenden Erfahrungen – frühe Kindheit, High School, College – stammen aus der Zeit in New York, allerdings mit der Ergänzung, dass ich sie meist mit Donauschwaben – hauptsächlich Sekitschern – machte, sei es als Verpacker von Paketen bei den „United Friends of Needy and Displaced Peoples of Yugoslavia“ (von Peter „Max“ Wagner gegründet), oder als Fußballer beim „German-Hungarian Soccer Club“. Es war genau in diesen Räumen des ehemaligen Clubhaus der Mannschaft wo jetzt die Versammlung des Donauschwäbischen Hilfs- & Jugendvereins stattfinden würde.
Auf der Suche nach Verbindungen zwischen den donauschwäbischen Amerikanern und donauschwäbischen Deutschen, stellt sich heraus, dass sie stärker als vermutet sind: an der Oberfläche scheinen sich die beiden Gruppen kaum noch wahrzunehmen. Frägt man sie allerdings danach, ob sie den oder die kannten, werden Erinnerungen wach, die einen engeren Kontakt rechtfertigen würden – ein Kontakt, der, zum Beispiel, von Justine Wittine gepflegt wird.
Als Beweis für eine enge Verbindung, ist die Sprache verräterisch: bei der Versammlung am Pfingstmontag, dem 13. Juni 2011, wurde dort so viel Donauschwäbisch-Englisch gesprochen, wie hier in Deutschland bei ähnlichen Treffen Donauschwäbisch-Deutsch! Und weil die Schwowe anscheinend nicht aus ihrer Haut schlüpfen können, suchen sie nach weiteren Erinnerungsstützen, denn sie möchten keinesfalls auf das verzichten, was ihre Kindheit und Jugend so schön erscheinen lässt. Dafür eignet sich in unserem Fall besonders der genannte Verein.
Die vom 1. Vorsitzenden, George Ritter, geleitete Versammlung begann mit dem Protokoll über eine erstaunliche Anzahl von Veranstaltungen und Reisen die die Mitglieder unternommen hatten oder planten: eine Reise nach Atlantic City mit seinen Spielcasinos im Juni 2011; ein Treffen in Philadelphia, an dem Vertreter aus 20 Städten teilnahmen; eines in Mansfield, Ohio, für September 2011 geplant, zu dem Gäste aus Trenton, New Jersey, eingeladen sind; Besuch einer Aufführung der biblischen Geschichte „Jonah“ in Pennsylvania Dutch Country; ein Frühlingsfest im Mai 2012; und das wichtigste Ereignis: die Stiftungsfeste beider Vereine im Oktober 2011.
Diese Aktivitäten sind nicht nur wegen des Umfangs, sondern auch wegen der Teilnehmer, wovon die meisten noch in der alten Heimat geboren sind, besonders bemerkenswert! Auch die Tatsache, dass deren Zahl noch ganz beträchtlich ist, muss hervorgehoben werden. Die abgebildeten 29 Mitglieder (Foto) sind nur ein Teil der Gruppe. Natürlich wird eben auch die Vergänglichkeit – die eigene wie auch die des Donauschwabentums – zur Motivation beigetragen haben, viele Möglichkeiten zu nutzen, um das Andenken an ihre über 200jährige Geschichte zu wahren.
Ich muss bekennen, dass mich bei jedem Besuch der Zusammenkünfte, sei es in Böchingen oder in New York, der Hauch des „es war einmal“ und der, der Wehmut umweht. Mein Bedauern gilt den ungenutzten Gelegenheiten des gegenseitigen Besuchs der verbleibenden Landsleute. Uns wird wohl erst dann dieses Versäumniss bewusst, wenn es zu spät ist. Wie auch immer – ich wurde gebeten die besten Grüße und Wünsche an die Donauschwaben in Deutschland vom Donauschwäbischen Hilfs- & Jugendvereins in New York zu übermitteln.
Karl Bubenheimer, Heinz Eichhorn, Josef Ganz, Reinhard Konrad, Ani Kuehbauch, Elsa Flenka, Anna Bubenheimer, Richard Hoffmann
Katharina Kuhner, Anna Sauer, Barbara Kapp, Sophie Schmitt, Eva Ganz, Klara Jaeger, Anna Fischer, Maria Tabor
Justine Wittine, Magdalena Metzger, Adam Metzger, George Ritter, Matt Kleinhans, Gerda Hoffmann
Adam Frank, Jacob Judt, Theresa Judt, Magdalene Frank
Philipp Kuhner, Helen Walter
Sekitsch
von Britta Lampeter für unsere Leser in Deutschland:
Im Juni 2011 hatte ich die Möglichkeit mit meiner Oma und anderen Mitgliedern unserer großen Familie nach Lovcenac (früher Sekitsch), Serbien zu reisen. Ich war dort, um ein besseres Verständnis für die Geschichte meiner Familie zu bekommen und wie meine Oma die frühen Jahre ihres Lebens lebte. Zu Beginn dieser Reise dachte ich, es ist, was es ist- eine Reise. Jedoch musste ich schon früh erkennen, dass mir diese Woche fernab von zu Hause mehr bedeuten würde, als ich jemals erwartet habe.
Als eine 22-jährige Frau, geboren und aufgewachsen in den Vereinigten Staaten, hatte ich keinen Vergleich für das, was ich erleben würde. Ich war schon zuvor im Ausland und obwohl ich die Geschichten meiner Oma gehört hatte, war ich dennoch völlig unvorbereitet. Nach Sekitsch zu reisen, setzte alles ins rechte Licht. Die Aspekte meines eigenen Lebens, mit welchen ich zuvor so unzufrieden war, bevor ich nach Serbien reiste, erschienen mir plötzlich so unbedeutend im Vergleich zu dem über was sich meine Oma als Mädchen, viele Jahre jünger als ich es jetzt bin, sorgen musste während ihrer Zeit in Sekitsch.Auf Grund dieser Reise habe ich so viel über die Vergangenheit meiner Oma gelernt, was ich zuvor noch nicht wusste. Ich bin erstaunt über das, was sie in so jungen Jahren erdulden musste, habe Ehrfurcht vor ihrem starken Willen und bin mir bewusst, dass das Leben, welches ich nun führe, begründet ist in den Nöten, die sie erfahren musste. Ich bin stolz sagen zu können, dass ich mit solch einer starken und tollen Frau verwandt bin.
Ich würde jedem der eine Familie in Sekitsch hat, raten, sich die Mühe zu machen zurückzureisen, um zu verstehen, woher sie kommen. Es scheint so, als wäre es nur Geschichte, aber es ist eine Möglichkeit, viel über seine Familie, sich selbst und die unglaublichen Leute zu lernen, die uns das Leben ermöglichten, welches wir heute führen.