Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch / Feketitsch

liebe Leser des „Sekitscher Boten“ Nr. 157 vom 1.Dez. 2011

 

Mit dieser Dezember Ausgabe schließt für ein Jahr die Vereinsarbeit ab und das zurückliegende Jahr hat uns viele neue Eindrücke gebracht. Ich stelle mit Freude fest, daß unsere Landsleute wieder Interesse an „ Ihrem Sekitsch und Feketitsch „ haben.Die Reisegruppen und die schönen nachfolgenden Berichte mit den Eindrücken in der alten Heimat. Daß auch junge Menschen sich für die Geschichte ihrer Familien interessieren und es ganz offen zeigen begeistert mich. Vielen Dank allen die mir in diesem Jahr so intensiv zugearbeitet haben.Auch das große Interesse an der Vereinshomepage zeigt, daß wir mit unseren Berichten und der Weiterleitung auf den Link zur Ahnenforschung richtig sind. Woher kommt meine Familie und wo sind die Wurzeln der Donauschwaben, wo und wie leben sie heute. Das sind interessante Themen und beschäftigen die Nachkommen, aber auch Personen die nicht aus dem Donauschwäbischen Siedlungsgebiet kommen, haben großes Interesse an der Vereinsarbeit der Heimatortsgemeinschaft.Am 1.September 2011 habe ich zusammen mit einer Reisegruppe von Oswald Hartmann an der Gedenkfeier in Rudolfsgnad (Knićanin)teilgenommen. Für mich war es eine große Freude, dort mit einer Gruppe von Frauen zusammen zu treffen, die das Lager Rudolfsgnad überlebt haben und nun jedes Jahr auf dem Friedhof der vielen Verstorbenen gedenken. Diese Frauen waren als junge Mädchen ins Lager gekommen und nach ihrer Entlassung haben sie serbische Männer geheiratet, die deutschen Männer waren ja leider nicht mehr da, wie sie sagten, und heute leben sie in Mischehen und sind zum Teil auch schon wieder Witwen. Sie haben mit mir in ihrem alten Schwowisch Dialekt gesprochen und freuen sich, daß wieder Deutsche Landsleute ins Banat kommen. So haben auch sie selbst wieder Gelegenheit ihre Muttersprache zu sprechen. Ich habe versprochen, im nächsten Jahr wieder mit ihnen in Knićanin zusammen zu kommen.

Neues gibt es auch aus Sekitsch; Mein Mann Peter und ich haben in der Zweiten Reihe ein Haus gekauft.Es wird gerade renoviert und soll dann in bestimmten Bereichen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir planen die Einrichtung einer Heimatstube Sekitsch. Es gibt noch viele Gegenstände die unsere Vorfahren bei der Flucht und Vertreibung zurück lassen mußten. Wenn wir jetzt nicht danach suchen und die angebotenen Gegenstände nicht entgegen nehmen, sind sie verloren. Jetzt ist es an der Zeit die Geschichte bis 1944/45 zu zeigen und für die Nachkommen zu bewahren.

Ich hoffe, daß dies auch in Ihrem Interesse sein wird und bin zuversichtlich, daß dieses Projekt „Heimatstube“ ein Erfolg wird.

Mit großen Aufgaben gehen wir ins neue Jahr und ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und kommen Sie gut ins neue Jahr.

Liebe Grüße

Helga Eisele geb. Tauss

1.Vorsitzende

 

 

 

Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch / Feketitsch, liebe Leser des Sekitscher Bote,

Besuch aus Serbien zu Gast im Rathaus Korb am 1.April 2011

 

(V.l.n.r.: Oswald Hartmann, Marko Rovcanin, Katrin Rehm, Milan Sankovic, Helga Eisele)Bild: Losch

 

Der Ortsvorsteher und der Ortssekretär des serbischen Ortes Lovćenac statteten der Gemeinde Korb vergangene Woche einen viertägigen Besuch ab. Am Freitag stand ein Besuch im Korber Rathaus auf dem Programm.

Die Korberin Helga Eisele ist Vorsitzende des Vereins zur Pflege Donauschwäbischer Heimatkunde und pflegt regelmäßige Kontakte nach Serbien. Nachdem im Sommer vergangenen Jahres bereits drei Schüler aus der Kleinstadt Mali Idjoŝ in Korb zu Gast waren, besuchten dieses Mal Marko Rovcanin und Milan Sankovic die Gemeinde. Beide waren erstmals in Korb zu Gast. Die Kleinstadt Mali Idjoŝ besteht aus drei Ortschaften mit insgesamt knapp 15.000 Einwohnern. Marko Rovcanin ist Ortsvorsteher des Ortsteils Lovćenac, Milan Sankovic ist sein Stellvertreter.

Gastgeberin Helga Eisele hatte ein abwechslungsreiches Programm für die Gäste organisiert. Nach ihrer Ankunft am Donnerstag wartete ein Spaziergang durch Korb auf die beiden. Besonders die drei Köpfe hatten es den beiden Gästen angetan, da der Weinanbau auch in ihrer Heimatgemeinde eine Rolle spielt. Begeistert waren Marko Rovcanin und Milan Sankovic auch vom Mercedes-Museum in Stuttgart. Am Freitag stand schließlich ein Besuch im Korber Rathaus an, bei dem Oswald Hartmann als Dolmetscher fungierte. Die stellvertretende Hauptamtsleiterin Katrin Rehm empfing die Gäste und überbrachte herzliche Grüße von Bürgermeister Jochen Müller. Im Gespräch wurden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Gemeinden deutlich. Die in der nördlichen Vojvodina liegende Kleinstadt Mali Idjoŝ ist eine landwirtschaftlich geprägte Gegend mit wenig Gewerbe und Industrie und zählt zu den ärmsten Gemeinden der Region. Landwirtschaft, Wein- und Obstanbau spielen eine große Rolle. Nachdem die landwirtschaftliche Genossenschaft mehrere Hundert Beschäftigte entlassen hat, haben viele Bürger der Kleinstadt mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Der größte Arbeitgeber ist momentan die Fleischindustrie. Mali Idjoŝ ist eine multiethnische Gemeinde, in der allein drei Amtssprachen gesprochen werden. Den größten Anteil der Bevölkerung machen Ungarn aus, gefolgt von Montenegrienern und Serben. Das gesellschaftliche Leben findet insbesondere in Vereinen statt.

Im Anschluss an den Informationsaustausch im Rathaus wartete ein Ausflug nach Stuttgart auf die Gäste. Am Samstag stand schließlich die Jahreshauptversammlung des Vereins zur Pflege Donauschwäbischer Heimatkunde in der Pfalz auf dem Programm, an der die Besucher als Ehrengäste teilnahmen.

(Textveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Korb)

Sekitscher Bote Nr 155

Liebe Landsleute der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch / Feketitsch

liebe Leser des „Sekitscher Bote“ Nr. 155 vom 1.Juli 2011

Bericht zur Versammlung von Helga Eisele 1. Vorsitzende

Die Hauptversammlung der HOG Sekitsch-Feketitsch am 02. April 2011 in Böchingen, werde ich Ihnen nachfolgend in Auszügen mitteilen und Ihnen den Verlauf der Versammlung schildern: Das vollständige Protokoll der Versammlung liegt mir vor und wird auf Wunsch zur Einsicht vorgelegt. Gerne gebe ich auf Nachfragen unserer Landsleute auch telefonisch Auskünfte.

Die Versammlung wurde um 10.45 Uhr mit der Begrüßung durch die Vorsitzende eröffnet. Unserer Einladung sind die Gäste aus der alten Heimat gefolgt, und so konnten wir den Ortsvorsteher Marko Rovčanin und den Ortssekretär Milan Sanković aus Lovćenac begrüßen. Insgesamt waren wir 23 Personen und ich bedanke mich nochmals bei allen Teilnehmern für die Anreise und ihr Interesse an der Versammlung.

Als Vorsitzende habe ich über die Vereinsarbeit gesprochen und darauf hingewiesen, daß wir auch in diesem Jahr wieder drei Gastkinder aus der Gemeinde Mali Jdjos einladen. Da die Einladung mit der Schulleitung abgesprochen wird, werden wir erst zum Ende des Schuljahres Juni 2011, erfahren, welche Kinder kommen.

Mit dem Bericht des Kassiers und der Kassenprüfer kommen wir auch zu dem Thema Spenden an den Verein. Die größten Ausgaben hatte der Verein im Zusammenhang mit dem „Sekitscher Boten“ im Donautal-Magazin und der Homepage.

Hier entstanden die Diskussionen wie folgt: Der Sekitscher Bote wird finanziert durch die Spenden unserer Landsleute. Wir verschicken etwa 580 Boten und erhalten leider nur für ca. 300 Boten die entsprechenden Spenden. Somit finanziert jeder Spender den Boten für einen anderen Leser mit. Das Verhältnis Empfänger zu Spender ist nicht ausgeglichen, deshalb entstehen dem Verein Kosten, die vorerst nur durch unsere Rücklagen ausgeglichen werden können. Aber auch unser Verein sollte kostendeckend wirtschaften.

Da wir ja auf Spenden angewiesen sind, können wir als Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch keine Rechnungen an unsere Landsleute für den Bezug des Boten stellen. Es gibt Vorschläge für eine zukünftige Vorgehensweise ab 2012: Hinweis an unsere Landsleute in Form eines Briefes von der HOG, mit Zahlschein, daß der Bote EUR 27.- jährlich kostet und die Leser mit einem zusätzlichen Betrag als Spende die Unkosten des Vereins erbringen können.

Für diese Aktion entstehen aber wieder zusätzliche Portokosten und ein großer Aufwand für die Erstellung und den Versand des Briefes. Es kommt zur Abstimmung wie wir künftig vorgehen sollten. Ab 2012 erhalten alle Bezieher des Sekitscher Boten von Oswald Hartmann eine Rechnung über EUR 27.- jährlich. Falls jemand mehr überweist, wird der Überschuss als Spende an den Verein überwiesen. Damit entfällt die Zahlung des Vereins an Oswald Hartmann. Die Spenden werden weiterhin im Sekitscher-Boten veröffentlicht. Abstimmungsergebnis: 18 JA – Stimmen; 2 Enthaltungen .

Vor der Abstimmung über den obigen Antrag wurde der Kassier einstimmig, der Vorstand mit einer Enthaltung entlastet.Es kann auch die Möglichkeit geben, dass Landsleute spenden ohne den „Boten“ zu beziehen. Auch wäre ein Dauerauftrag möglich, so dass jedes Jahr die Spendenzahlung oder der Bote überwiesen wird.Vielleicht wird es einfach auch nur vergessen, aber dem sollten wir jetzt nachgehen. Wenn jeder Empfänger und Leser des Sekitscher Bote und der Homepage, seinen Beitrag in Form einer angepassten Spende leistet, können wir alles so lassen wie es ist. Aber derzeit ist die Bereitschaft zur Spende nicht ausgewogen, zum Bezug des Boten. Obwohl Sie mit Ihrer Spendenzahlung auch eine Steuerbegünstigung haben.Vielleicht sagen auch manche, ich habe den Sekitscher-Bote nicht bestellt und deshalb überweise ich nichts. Das wäre allerdings so nicht richtig, denn durch den Erhalt des Sekitscher Bote sind unsere Landsleute im Kontakt und oft kommt es zu interessanten Begegnungen herbeigeführt durch Textbeiträge, oder die Geburtstagslisten.

Die weiteren Tagesordnungen Punkt 5. bis 10. fasse ich kurz zusammen:

Heimatmuseum in Sekitsch; Vorerst wird an diesem Projekt nichts weiter unternommen. Der Verein spendet für eine Tanzgruppe in Feketitsch EUR 400,- für das Einstudieren von deutschen Tänzen durch einen Tanzlehrer. So können wir bei kulturellen Anlässen in der alten Heimat mit dieser Tanzgruppe auf unsere Ansiedlung und unser Donauschwäbisches Kulturgut hinweisen. Abstimmung: 15 JA – 5 Enthaltungen

In diesem Jahr kommen wieder drei Gastkinder aus der alten Heimat. Zwischenzeitlich liegt uns eine Einladung der Familie Link in die Schweiz vor. Dieser Einladung wollen wir gerne nachkommen und berichten zu späterer Zeit über diese Ferienwoche. Die Anträge auf enteignetes Vermögen sind bearbeitet und nach Serbien weitergeleitet worden. Leider kommen wir mit dem Friedhof in Feketitsch nicht weiter, da die Nachkommen kein Interesse an den alten Gräbern zeigen, und der Verein nur wenig Geld hat, um sich an der Wiederherstellung der Gräber zu beteiligen. Punkt 10, bringt nochmals eine Diskussion betreffend der Geburtstagsgrüsse vom Verein. Da diese Karten und die Porto-Kosten finanziert werden müssen.Vorschlag 1, wer nicht gespendet hat, soll keinen Geburtstagsgruß vom Verein erhalten. Vorschlag 2, wir belassen es bei den Geburtstagen wie bisher.Vorschlag der Vorsitzenden: den Geburtstagskindern erst ab 60 Jahren zu gratulieren. Ab dem 60. Lebensjahr wird alle fünf Jahre gratuliert, ab dem 80. jährlich.

Abstimmung: 19 Ja-Stimmen, 1 Enthaltung

Die Versammlung schließt um 16.45 Uhr

Als 1. Vorsitzende der HOG Sekitsch-Feketitsch bedaure ich sehr diese vorgeschlagenen Maßnahmen in der zurückliegenden Hauptversammlung. Auch weitere Teilnehmer denken so, nur ist leider die finanzielle Situation im Verein so, dass wir Kosten einsparen müssen.Alles weitere regelt sich durch die Spendenbereitschaft derer, die uns bisher schon unterstützt haben und der momentane Aufruf geht an alle Empfänger des Sekitscher-Bote, die noch keine Spende in den letzten Jahren geleistet haben. Unser Verein braucht nicht nur Spenden sondern auch neue aktive Mitglieder, Landsleute der jüngeren Generation und deren Kinder. Es gibt so viele interessante Bereiche in der Vereinsarbeit und Menschen, die gerne Kontakte herstellen und auch pflegen sind hier gefragt.

Wir Nachkommen der ehemaligen Sekitscher und Feketitscher Landsleute sollten die von den Eltern und Großeltern gepflegten Landsmannschaften in die Vereinsarbeit einbringen. Es finden auch schon hin und wieder private Treffen statt, die wir bei längerer Planung, gerne im Sekitscher-Bote veröffentlichen wollen. Am Samstag 23. Juli 2011 findet ein Grillfest in Ergenzingen statt und der Veranstalter unser Sekitscher Landsmann Nikolaus Sieler ladet dazu herzlich ein. Näheres unter seiner Tel.Nr.07457-8783 Es ist ein zwangloses Zusammenkommen mit gutem Essen und musikalischer Unterhaltung, so wie es die Donauschwaben machen.

Liebe Grüße

Ihre Helga Eisele geb. Tauss

Bedeutende Ereignisse für Sekitsch und Feketitsch

Von Oswald Hartmann

Wie bereits im „Sekitscher Boten“ angekündigt, fand vom 29. August bis 5. September 2007 die üblich gewordene jährliche Busreise nach Sekitsch, Feketitsch statt. Zum Unterschied zu den zwei letzten war dies ein Ausflug in die Batschka und Banat zusammen mit Landsleuten aus der ganzen Wojwodina. Vor allem waren viele Jareker dabei, da in Jarek die 220-Jahr-Feier der Gründung des Ortes zusammen mit der dortigen Ortsverwaltung und vielen geladenen Gästen begangen wurde.

Für uns Sekitscher und Feketitscher sind sehr wichtige Dinge geschehen. Vor allem muss der Samstag, der 1. September und der Montag, der 3. September 2007 hervorgehoben werden. An diesen Tagen haben sich Ereignisse abgespielt, die einmalig für Serbiens neuere Geschichte sind.

Es muss uns mit Freude erfüllen, dass am 1. September in Mali Idjoš auf Wunsch des Gemeinderates der Gemeinde Mali Idjoš, dessen Teile heute Lovćenac und Feketitsch sind, ein Verein gegründet wurde, der seine wichtigste Aufgabe in der Zusammenarbeit mit unserer Heimatortsgemeinschaft – zum Wohl aller einstigen und heutigen Einwohner – sieht. Auf Gemeindeebene gab es so etwas noch nie.

Die Gründungsversammlung des Vereins, zu der Frau Helga Baus und Oswald Hartmann eingeladen wurden, hat den Vereinsnamen, die Vereinssatzung, Vereinssitz entschieden und auch die ersten Vorstandswahlen durchgeführt.

Name des neugegründeten Vereins ist:
„Neuer Anfang – Verein von Bürgern für die Pflege der Zusammenarbeit mit Donauschwaben, den früheren Einwohnern von Mali Idjoš, Sekitsch und Feketitsch und deren Nachkommen“.

Vereinssitz des neugegründeten Vereins ist:
Gemeindehaus Mali Idjoš, ulica Glavna Nr. 32, in 24321 Mali Idjoš, Serbien.

Es wurde vorgeschlagen, dass der Vorstand jeweils aus drei Vertretern der drei Ortsgemeinden gebildet wird (also 9 Personen). Zusätzlich soll eine Person für  den  Vorstand  von  der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch delegiert werden. Diese Person soll die Funktion eines Ehrenvizepräsidenten ausüben.

Die Vereinswahl hatte folgendes Ergebnis:
1. Vorsitzender: Károly PÁL (aus Feketitsch)
2. Vorsitzenden: Terez Virág (aus Mali Idjoš), Radomir Nikolić (aus Lovćenac)
Dritte Person wird von unserem Verein benannt.

Restliche Vorstandsmittglieder sind: Mirko Popović (aus Lovćenac), Bálint Juhász (aus Mali Idjoš), László Kellemen (aus Feketitsch)und der jeweilige Ortssekretär der Dörfer Mali Idjoš, Lovćenac und Feketitsch.

In den Kontrollorgan des Vereins wurden gewählt:
Imre Pap (aus Mali Idjoš)
Božidar Martinović (aus Lovćenac)
Nikola  Martinović (aus Feketitsch) 

Der neugegründete Verein „Neuer Anfang“ in Mali Idjoš muss sich nun – wie dies auch bei uns in Deutschland der Fall ist – beim Gericht in der Wojwodina registrieren lassen. Sobald dies geschehen ist, wird uns die Satzung zugeschickt und damit kann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der alten Heimat noch besser und intensiver durchgeführt werden.

Auch der 3. September 2007 war ein bedeutender Tag in Lovćenac. Zu Beginn der Veranstaltung wurde durch unseren Verein am Heldendenkmal in Anwesenheit von Vertretern der Gemeinde Mali Idjoš und der Ortsverwaltungen aus Lovćenac, Feketić und Mali Idjoš ein Kranz niedergelegt. Anschließend fand die Kranzniederlegung durch die Gemeinde Mali Idjoš am Denkmal auf dem Friedhof statt. Von hieraus fuhr man in das Genossenschaftsheim in Lovćenac, wo die Vorstellung des Buches „Die Wahrheit am Beispiel von Sekitsch“ stattfand. Dieses bedeutende Werk ist von dem Verlag Forum in Novi Sad in drei Sprachen (deutsch, serbisch, ungarisch) herausgebracht worden. Thema des Buches  ist  das  einstige Lager Sekitsch und beschreibt wahrheitsgetreu die Verhältnisse, die dort geherrscht haben. Diese Arbeit ist einmalig in der Wojwodina, ist es doch das erste Mal, dass man offen darstellt, was die unschuldigen Insassen mitmachen mussten. An der Buchvorstellung nahmen über 80 (achtzig) Personen teil. Der gesamte Gemeinderat von Mali Idjoš, Vertreter der Ortsverwaltungen, der örtlichen Kirchengemeinden, des Verlages, die Mitarbeiter am Buch (Autoren, Lektoren, Übersetzer) und viele andere Personen verliehen durch ihre Anwesenheit die gebührende Bedeutung diesem Ereignis.

Alles in allem, es ist erfreulich, dass man auch in der alten Heimat darüber, was mit den einstigen deutschen Bevölkerung in den Jahren 1944 bis 1948 geschehen ist, bereit ist, nicht  nur offen zu reden, sondern dies auch als Unrecht zu bezeichnen. Dies beweisen eindrucksvoll die Ereignisse, die Anfang September dort vollzogen wurden.

An dieser Stelle muss noch darauf hingewiesen werden, dass die Druckkosten für das dreisprachige Buch „Die Wahrheit am Beispiel von Sekitsch“ die Gemeinde Mali Idjoš übernommen hat, um auf diese Weise die Bedeutung des Buches zu unterstreichen. Das Erscheinen dieses Buches hat Oswald Hartmann unterstützt, indem er 300 Exemplare übernommen hat. Aus diesem Betrag wurden Kosten, wie die Arbeit der Lektoren, Übersetzer beglichen. Das für uns Sekitscher und Feketitscher, aber auch für alle Donauschwaben hochinteressante Buch kann also bei Oswald Hartmann zum Preis von Euro 11,- (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.

 

Neuer Anfang

 

 

Am 2. September 2009 hat der Rat der Hegyescher Gemeindeabgeordneten-Körperschaft im Rahmen der entsprechenden Gesetze den NEUEN ANFANG, die Vereinigung der Hegyescher Bürger und dessen Satzung angenommen. Der „Neue Anfang“ ist ein bürgerlicher Verein, der die Zusammenarbeit mit den Donauschwaben und ihren Abkömmlingen, die einst in den Orten Hegyesch, Sekitsch und Feketitsch lebten, pflegt.

 

Am Abend des selben Tages haben auch die zu dieser Gelegenheit angereisten Deutschen und ihre Abkömmlinge die Satzung feierlich angenommen. Diese Feier hat mit seiner Anwesenheit Herr Sandor Egeresi, der Präsident des Parlaments der Autonomen Provinz Vojvodina, beehrt. Dadurch hat er die Bedeutung und Wichtigkeit des Bürgervereins betont und den Teilnehmern mitgeteilt, dass das Parlament der Vojvodina am 5. März 2003 den Beschluß über die Löschung der kollektiven Verantwortung gefasst hat, was beispielhaft ist nicht nur für Serbien sondern auch für Europa.

 

Dieser Verein ist kein Wundermittel, aber wenn er auch die Fehler der Vergangenheit nicht korrigiert, weist er auf diese hin und hilft, dass sie nie wieder gemacht werden. Die Vertreibung und die damaligen sonstigen Gräuel sind vor über 60 Jahren geschähen. Von den Überlebenden und Zeitzeugen leben nur noch wenige. Diese Vereinigung hat sich als Ziel nicht die Rechenschaftsforderung gestellt, sondern die Aussöhnung, die Vergebung, das Nichtvergessen; wenn wir unsere Vergangenheit nicht bewältigen, können wir nicht in die Zukunft blicken. Also mit dem Vergessen der Opfer oder sogar ihrer Leugnung schicken wir uns selbst auf den Weg des Vergehens oder Verschwindens.

 

Zum Glück, mit der Gründung dieser bürgerlichen Vereinigung wählen wir den Weg des Zusammenhaltes, der Freundschaft, des Zusammenwirkens. Das ist eine gute Grundlage zum Zuhausebleiben, aber damit gleichzeitig auch Eintritt in den Weltkreislauf mit der Hilfe unserer alten bzw. neuen „Nachbarn“, indem wir erneut mit Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung – in der Hoffnung auf eine schönere und sicherere Zukunft – beginnen.

 

Ziele der Vereinigung sind:

- Schaffung von Bedingungen zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kultur, Sport und Wirtschaft zwischen der sich in Deutschland befindlichen Heimatortsgemeinschaft Sekitsch-Feketitsch und den Gemeindeselbstverwaltungs- und zivilen Einrichtungen,

- Die Koordinierung der Erhaltung sakraler bzw. religiöser und anderer Bauten,

- Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Serbien mit anderen Gruppen, die die Erinnerung an die Heimat und ihre Wertschätzung zum Ziel haben,

- Die Einbeziehung der jungen Menschen in die Vereinsarbeit,

- Verteidigung der Menschenrechte und der Freiheit,

- Detaillierte Informierung der Einwohner über die Zusammenarbeit mit den Donau- schwaben,

- Durchführung humanitärer Tätigkeit,

- Unterstützung der kulturellen Förderung unserer Gemeinde, der Vojvodina und Serbien ...

Die Tätigkeit der Körperschaft wird sich auf die Verwirklichung der festgelegten Ziele richten. Der Vorstand besteht aus 2 + 2 + 2 einheimischen Personen (damit soll der Gleichberechtigung der drei, die Gemeinde bildenden Orten, Ausdruck gegeben werden) und Frau HELGA EISELE. Der Vorstandsvorsitzende ist Herr MIKLOS LODI, der bei der beginnenden Zusammenarbeit alle Personen herzlich zum Mitwirken erwartet. Am Anfang wird die Vereinstätigkeit aus Sammeln und Systematisierung von Daten stehen. So wird denjenigen, die nach Bekannten, verlorenen Nachbarn forschen, die Vereinigung zur Hilfe sein. Diese Vereinigung ist ein Meilenstein bei der Bestimmung unseres Daseins; durch die Anerkennung von anderen, bauen wir auch unsere Daseinsberechtigung aus.

Entnommen dem Feketitscher Monatsblatt Nr. 9 vom Oktober 2009, Seite 8

Übersetzung erfolgte von Dipl.-Ing. Oswald Hartmann

 

Zum Gedenken aller Sekitscher

U SPOMEN SVIH SEKIĆANA
HOG SEKITSCH 2005

Die Erstellung und Finanzierung des Gedenksteines war am 9. April 2005 in der Hauptversammlung des Sekitsch-Feketitscher Vereins beschlossen worden. Mit der Ausführung aller Arbeiten wurde der Lovćenacer Steinmetz Živomir Todorović beauftragt.

Der Gedenkstein wurde auf Initiative der Heimatortsgemeinschaft Sekitsch – Feketitsch im Einvernehmen mit der Ortsverwaltung am 10. Juni 2005 auf dem Weingärtner-Friedhof in Sekitsch als Erinnerung an Generationen von in Sekitsch verstorbenen Ahnen in Anwesenheit vieler Repräsentanten der Kommune Mali Idjos aufgestellt.

Die HOG Sekitsch-Feketitsch zeichnet Georg Bieber als ERSTES EHRENMITGLIED aus!

Georg Bieber (verstorben 27.August 2010)
 
Zur Erinnerung an Georg Bieber (verstorben 27.August 2010)

Knapp sechzehn Jahre alt war Georg Bieber bei der Vertreibung 1944 und doch ist er einer der eifrigsten Verfechter der Erhaltung donauschwäbischen Brauchtums und der Pflege donauschwäbischer Kultur und Heimatkunde. Er wurde am 24. August 1928 als Sohn der Eheleute Katharina und Georg Bieber in Sekitsch geboren. Nach der Schule 1934 – 1942 begann er eine Bäckerlehre, die durch die Kriegsereignisse unterbrochen wurde. Die Vertreibung  führte ihn über Topola, Subotica bis nach Semlin zum Streckenbau. Über Srem gelangte er nach Mitrowitz, wo er in der Lagerbäckerei im Dezember 1946 schwere Misshandlungen erleiden musste und erkrankte. Dies führte im März 1947 zur Überstellung ins Arbeitsunfähigenlager nach Gakowo. Im April 1947 gelang die Flucht nach Sombor. Weitere Erkrankung und Lageraufenthalt folgten. Nach der Entlassung flüchtete Georg Bieber über Ungarn nach Österreich. Sein Gesundheitszustand war so schlecht, dass zwischen 1947 und 1955 mehrere Klinikaufenthalte nötig  waren. Nach langer Zeit, 1952, sah er das erste Mal seine Eltern wieder. Es folgten in München berufliche Weiterbildung, 1958 die Heirat mit Maria Rottenfusser, die Anstellung bei der BASF, Verkaufsbüro München, bis Februar 1961 und danach  die Anstellung als Zollbeamter. Am 1. Oktober 1962 wurde seine  Tochter, Karin, in München geboren. Neben seinem Beruf  und trotz einer Kriegsbeschädigung von 90% betreute und beriet Georg Bieber hilfsbedürftige Landsleute und war in mehreren Vereinen tätig. Unter all  seinen  Aktivitäten war aber immer sein Hauptanliegen die geliebte Heimatgemeinde Sekitsch. Er war Gründungsmitglied  des „Vereins zur Pflege Donauschwäbischer Heimatkunde e.V.“ und erster Vorsitzender, dieses Amt wurde 1977 durch die Mitgliederversammlung erneut bestätigt. Die Entwicklung des Vereins  nahm unter dem Vorsitz von Georg Bieber  einen erfreulichen Aufschwung.

So werden die in schlimmer Zeit abverlangten Opfer und viele Tote nicht vergebens gewesen sein. Sein Wunsch ist: „Sekitsch – heute Lovćenac – soll in Frieden weiterleben“.

 

Am 18. März 2006 fand in Böchingen eine Vereinssitzung im Haus der Donauschwaben statt. Oswald Hartmann dankte im Namen des Vereins Georg Bieber für die jahrelangen Aktivitäten, die er auch heute noch, solange seine Gesundheit es zulässt, in die Vereinsarbeit einbringt – sei es als Aktiver, Berater oder väterlicher Freund. Unter dem Applaus  der Sitzungsteilnehmer nahm Georg Bieber stolz diese Ernennung an.

Nach langer Krankheit ist Georg Bieber in München am 27. August 2010 gestorben. Wir werden ihn nie vergessen und seine ausgewogene Einstellung gegenüber unserem Heimatdorf versuchen weiterhin zu pflegen. Danke Georg!

HOG Sekitsch-Feketitsch